Eine homage an das HIER und JETZT
Zwei Seeigel auf einer Kokosnuss – wie leicht
hätte man dieses kleine Wunder beim Strandspaziergang übersehen könen. Um
solche kleinen „Wunder“ zu erleben, muss man schon „ganz da sein“
Glück ist spürbar
Die Idee zu diesem Artikel kam mir, als ich Neujahr an der Reling der Aida
lehnte und zur Küste der karibischen Insel blickte, die wir passierten. Um mich
herum eine Hand voll Menschen, die - den Wind in den Haaren - die Aussicht und
den Moment genossen. Umgeben von einigen
Hundert Mitreisenden, an denen das bezaubernde Panorama unbemerkt
vorbeizog, während sie in einem Krimi schmökerten, eine Zeitung lasen, PSP
spielten oder anderweitig "beschäftigt" waren.
Können wir noch wirklich DaSein?
Ich fragte mich unwillkürlich, was erforderlich ist, um einfach "da zu
sein". Es scheint auf jeden Fall spektakulär sein zu müssen. Denn als mein
im Panorama schwelgender Blick Delfine entdeckte, lockte mein erstaunter Ausruf
Scharen von Neugierigen an die Reling. Kaum waren die springenden Glücksbringer
im Kielwasser verschwunden, war ich auch schon fast wieder alleine, für die
sich langsam aus dem Dunst schälende Küste Jamaikas hatte kaum einer ein Auge
übrig, oder NintendoDS, Autobild und Co versprachen höhere Attraktion.
Den Moment genießen
Allenfalls Kindern scheint es noch vertraut und gestattet zu sein, ganz
selbstvergessen im Spiel oder in der Betrachtung versunken zu sein. Irgendwann
scheinen wir zu verlernen, einfach nur da zu sein, etwas mit allen Sinnen wahr
zu nehmen und im Glück des Moments auszuhalten. Allzu schnell holen uns dann
das nächste Vorhaben oder die nächste Verpflichtung ein. Vor einer Weile klagte
mir ein Klient, dass er ein schlechtes Gewissen habe, einfach nur am Bett seine
Kinds zu sitzen und das Glück zu fühlen, ihm beim Schlafen zuzusehen, weil noch
so viel zu tun und zu bedenken ist.
Aua! Wie weit sind wir schon gekommen, wenn Menschen ein schlechte Gewissen
haben, weil sie einfach nur glücklich sind? Lassen Sie es bitte. Nicht so weit
kommen, dass Sie ein schlechtes Gewissen oder gar Schuldgefühle bekommen, weil
es Ihnen gut geht, Sie es sich mal einen Momentgut gehen lassen . Immerhin
besteht zwischen einer Genusspause und permanentem Müßiggang ein ziemlicher
Unterschied. Wenn Sie sich letzteren jedoch leisten können, sollten Sie auch
diesen mit allen in ihm enthaltenen Momenten genießen.
CARPE DIEM – genießen Sie das Leben!
Ich wünsche Ihnen für diesen Sommer die Zeit und Muße, einfach nur mal ganz
da zu sein und das Leben zu genießen. Wenn Ihnen das auf den ersten Blick etwas
„seltsam vorkommt“, habe ich noch einen kleinen Extratipp für Sie: Beantworten
Sie die recht häufige Frage Ihrer Mitmenschen „was machst Du grad?“ doch
einfach mit den Worten „ich lebe!“ und freuen Sie sich über die verwirrten
Gesichtsausdrücke.
Frank Max
www.chancenmanager.biz


